Taktile Streifen in der Fußgängerzone: Was ist hier geplant?
Die neuen taktilen Leitelemente und das sogenannte Süchtelner Band verändern den optischen Gesamteindruck in unserer Innenstadt dramatisch. Wir haben große Zweifel, ob das mit der Denkmalbereichssatzung für die Innenstadt und den Bedarfen sehbehinderter Menschen vereinbar ist.

Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Worum geht es?
Jetzt steht der nächste Bauabschnitt an. Die gestalterischen und planerischen Fehler bei der Planung des Süchtelner Bands und der taktilen Streifen sollten nicht fortgesetzt werden.
Denkmalgerechte Materialien
Gerade im Denkmalbereich sind sensible Lösungen und keine brachialen Eingriffe in das Gesamtbild gefordert. Ob die aktuelle Planung und Gestaltung mit unserer Denkmalsbereichssatzung vereinbar ist, prüfen wir zur Zeit.

Rücksicht auf bestehende Strukturen
Das Süchtelner Band und die taktilen Streifen sind so platziert, dass sie massiv die bestehende Außengastronomie, Aufstellflächen für die Geschäfte und die Flächen für Events (Weihnachtsmarkt, Irmgardisfest u.a.) gefährden. Da taktile Streifen nicht zugestellt oder überbaut werden dürfen, wird die aktuelle Planung zu sehr harten Konflikten und Einschränkungen führen. So könnte etwa die Außengastronomie an der Grillstube Meyer nicht mehr sinnvoll betrieben werden, die Rampe vor Family und die Flächen für Aufsteller anderer Geschäfte müssten verschwinden. Gerade diese Elemente sind für die Vitalität der Innenstadt enorm wichtig – gute Planung sollte diese Elemente schützen und nicht gefährden.
Wir glauben, dass es bessere und konfliktfreie Lösungen gibt, und haben einen Alternativvorschlag entwickelt (blau in den Plänen). Alle Fraktionen wurden über unsere Bedenken und Vorschläge informiert.


Barrierefreiheit muss im Alltag funktionieren
Wir unterstützen den Schutz von Menschen mit Behinderung ausdrücklich. Doch Barrierefreiheit bringt nichts, wenn sie in der Praxis scheitert. Aktuelles Negativbeispiel: Taktile Leitstreifen für blinde und sehbehinderte Menschen werden dicht an Gebäudekanten (wie bei der Leukerschen Apotheke oder Ernsting's family) oder mitten in hochfrequentierten Eventflächen geplant. Noch schlimmer: Bei Veranstaltungen wird der Schutz dieser Streifen oft ausgesetzt, sodass sie zugestellt werden. Dabei möchten auch sehbehinderte Menschen sicher an Events teilnehmen! Die Lösung liegt auf der Hand: Eine Verlagerung der Streifen in die Mitte der Laufzone ist deutlich sicherer – so wie es im Bereich Tönisvorster Straße/Post bereits erfolgreich vorgelebt wird.


Wir haben den Antrag gestellt, die taktielen Streifen umzuplanen.