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Innenstadt08.09.2026

Taktile Streifen in der Fußgängerzone: Was ist hier geplant?

Die neuen taktilen Leitelemente und das sogenannte Süchtelner Band verändern den optischen Gesamteindruck in unserer Innenstadt dramatisch. Wir haben große Zweifel, ob das mit der Denkmalbereichssatzung für die Innenstadt und den Bedarfen sehbehinderter Menschen vereinbar ist.

Blick auf die Hochstraße und den Lindenplatz in Süchteln mit historischen Häusern und Kopfsteinpflaster.
Vorher: Die Hochstraße und der Lindenplatz prägen das historische Erscheinungsbild der Süchtelner Innenstadt.

Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Blick über den Lindenplatz in Süchteln mit den neu verlegten taktilen Leitstreifen im Abendlicht.
Nachher: Ein Fremdkörper. Die neuen taktilen Streifen am Lindenplatz sind kaum zu übersehen.

Worum geht es?

Jetzt steht der nächste Bauabschnitt an. Die gestalterischen und planerischen Fehler bei der Planung des Süchtelner Bands und der taktilen Streifen sollten nicht fortgesetzt werden.

Denkmalgerechte Materialien

Gerade im Denkmalbereich sind sensible Lösungen und keine brachialen Eingriffe in das Gesamtbild gefordert. Ob die aktuelle Planung und Gestaltung mit unserer Denkmalsbereichssatzung vereinbar ist, prüfen wir zur Zeit.

Nahaufnahme grauer taktiler Platten mit Rillenstruktur als Beispiel für dezente, denkmalgerechte Materialien.
So geht es auch.

Rücksicht auf bestehende Strukturen

Das Süchtelner Band und die taktilen Streifen sind so platziert, dass sie massiv die bestehende Außengastronomie, Aufstellflächen für die Geschäfte und die Flächen für Events (Weihnachtsmarkt, Irmgardisfest u.a.) gefährden. Da taktile Streifen nicht zugestellt oder überbaut werden dürfen, wird die aktuelle Planung zu sehr harten Konflikten und Einschränkungen führen. So könnte etwa die Außengastronomie an der Grillstube Meyer nicht mehr sinnvoll betrieben werden, die Rampe vor Family und die Flächen für Aufsteller anderer Geschäfte müssten verschwinden. Gerade diese Elemente sind für die Vitalität der Innenstadt enorm wichtig – gute Planung sollte diese Elemente schützen und nicht gefährden.

Wir glauben, dass es bessere und konfliktfreie Lösungen gibt, und haben einen Alternativvorschlag entwickelt (blau in den Plänen). Alle Fraktionen wurden über unsere Bedenken und Vorschläge informiert.

Plan der geplanten taktilen Elemente am Übergang zur Grillstube Meyer mit markierten Alternativen.
Geplante taktile Elemente Grillstube Meyer
Plan der geplanten taktilen Elemente am Platz am Weberbrunnen mit markierten Alternativen.
Platz am Weberbrunnen

Barrierefreiheit muss im Alltag funktionieren

Wir unterstützen den Schutz von Menschen mit Behinderung ausdrücklich. Doch Barrierefreiheit bringt nichts, wenn sie in der Praxis scheitert. Aktuelles Negativbeispiel: Taktile Leitstreifen für blinde und sehbehinderte Menschen werden dicht an Gebäudekanten (wie bei der Leukerschen Apotheke oder Ernsting's family) oder mitten in hochfrequentierten Eventflächen geplant. Noch schlimmer: Bei Veranstaltungen wird der Schutz dieser Streifen oft ausgesetzt, sodass sie zugestellt werden. Dabei möchten auch sehbehinderte Menschen sicher an Events teilnehmen! Die Lösung liegt auf der Hand: Eine Verlagerung der Streifen in die Mitte der Laufzone ist deutlich sicherer – so wie es im Bereich Tönisvorster Straße/Post bereits erfolgreich vorgelebt wird.

Marktstände beim Irmgardisfest in Süchteln, die magenta markierten taktilen Leitstreifen verlaufen quer durch die Eventfläche.
Letztes Irmgardisfest. Taktile Streifen hier magenta markiert.
Korbwaren-Stand beim Irmgardisfest vor der Stadtbibliothek, die magenta markierten taktilen Streifen durchziehen den Standbereich.
Letztes Irmgardisfest. Taktile Streifen hier magenta markiert.
Das tun wir

Wir haben den Antrag gestellt, die taktielen Streifen umzuplanen.

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