Bürgerbeteiligung für die Katz? Wie aus einem Bürgerdialog eine Mogelpackung wurde.
Mit großem Medienrummel präsentierte die Stadt Viersen die geplante Umgestaltung der Fußgängerzone in Süchteln. Doch die aktuelle Umsetzung hat kaum noch etwas mit dem Entwurf zu tun, über den die Bürgerinnen und Bürger abstimmen durften.

Worum geht es?
Mit großem Medienrummel präsentierte die Stadt Viersen die geplante Umgestaltung der Fußgängerzone in Süchteln. Um den Schein einer echten Bürgerbeteiligung zu wahren, wurde eine Online-Befragung gestartet. Die Bürgerinnen und Bürger durften über Laternen, Bänke, Baumarten und das viel diskutierte „Süchtelner Band“ abstimmen. Die Ergebnisse wurden am 20.04.2021 im zuständigen Ausschuss vorgestellt. Interessant sind vor allem die Aussagen auf Seite 8.
Was uns versprochen wurde (Die Abstimmungs-Variante)
In der Online-Befragung zeigte die Stadt Viersen eine Entwurfsplanung mit folgenden Elementen:
- Der alte Bodenbelag bleibt erhalten.
- Ein taktiler Streifen für Barrierefreiheit.
- Das „Süchtelner Band“ mit einer gut lesbaren Beschriftung in Rotbraun.
- Die alte Bewässerungsrinne.

Die Bürger konnten lediglich zwischen drei Gestaltungsvarianten wählen, die sich ausschließlich auf das Schriftbild bezogen.
Was jetzt wirklich gebaut wird (Die Realität)
Die aktuelle Umsetzung hat kaum noch etwas mit dem abgestimmten Entwurf zu tun. Die Stadt baut an den Bürgern vorbei:
- Kompletter Wegfall der bisherigen Regenablaufrinne.
- Massive Metallgitter, die in den Planungen vorher nirgendwo zu sehen waren.
- Kaum lesbare Schrift: Das „Süchtelner Band“ wird weiß statt rotbraun ausgeführt – der Kontrast fehlt völlig.
Konflikte vorprogrammiert: Die taktilen Leitelemente verlaufen überwiegend dort, wo früher die Rinne war. Das führt zu massiven Konflikten mit den Außenbereichen von Handel und Gastronomie.
Zusätzliche optische Unruhe entsteht durch ein weiteres weißes Band neben den Gittern.


Getäuscht und übergangen
Eine Zustimmung zu dieser neuen Gestaltung der Regenrinne und der taktilen Streifen hat es in der Online-Befragung nie gegeben. Den Süchtelnern wurde schlicht etwas völlig anderes gezeigt. Selbst Ratsmitglieder, die die damaligen Präsentationen – unter anderem in der Königsburg – besuchten, bestätigen uns enttäuscht: „So wie es jetzt aussieht, habe ich das in den Plänen nie gesehen.“
Unmittelbar Betroffene erst durch Facebook-Post alarmiert
Besonders bitter: Die direkt betroffenen Geschäftsleute vor Ort wurden im Vorfeld überhaupt nicht über die konkreten Auswirkungen dieser veränderten Planung auf ihren Betrieb informiert.
Ein erschreckendes Beispiel ist die Grillstube Meyer: Der Inhaber wurde erst von der Stadt kontaktiert, nachdem ein Post auf Facebook die Runde machte. Dieser machte öffentlich darauf aufmerksam, dass die neue Planung der taktilen Streifen die Außengastronomie des Betriebs massiv einschränken würde. Erst als die öffentliche Aufregung daraufhin groß wurde, kam überhaupt Bewegung in die Angelegenheit seitens der Verwaltung.
Unser Fazit
Die sogenannte Online-Befragung war völlig für die Katz. Die Behauptung der Verantwortlichen, das sei alles transparent mit den Süchtelnern kommuniziert worden, ist nachweislich falsch.
Wir fordern echte Mitsprache statt vollendeter Tatsachen! Unterstützt unsere Bürgerinitiative, damit Süchteln die Stadt im Grünen, fair und lebenswert bleibt.